Technologie

Kohle und Kernkraft: Die Wahrheit über die Strompreise

2025-03-31

Autor: Sofia

Kohlekraftwerke, sei es mit Braun- oder Steinkohle, sind nach wie vor eine der Hauptquellen zur Deckung des Grundbedarfs an elektrischer Energie. Diese Anlagen benötigen jedoch viel Zeit, um in den Betrieb zu gelangen, und ihre Effizienz erreicht nur bei Dauerbetrieb ein akzeptables Niveau.

Der aktuelle Wirkungsgrad beträgt etwa 45 Prozent, was bedeutet, dass aus 1 Tonne Steinkohle mit einem Brennwert von ungefähr 9.000 kWh etwa 4.000 kWh Strom erzeugt werden können. Diese Mengen kosteten im Jahr 2024 etwa 100 Euro, was einen Preis von 2,5 Cent pro kWh für den Rohstoff darstellt.

Die Investitionen in den Bau eines Kraftwerks liegen bei ungefähr 2.000 Euro pro Kilowatt und diese Anlagen sind für einen Betrieb über 30 Jahre ausgelegt. Bei einer jährlichen Betriebszeit von etwa 6.000 Stunden – inklusive Wartung und geplanter Abschaltungen – steigt der Preis um einen weiteren Cent. Hinzu kommen die Betriebskosten, der Transport und die Lagerung der Kohle, was den endgültigen Preis auf etwa 12 Cent pro kWh anhebt.

Kohlenstoffdioxid spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, insbesondere mit einem aktuellen CO2-Preis von etwa 3 Cent, der voraussichtlich auf 12 Cent steigen wird. Auch wenn Kohle in einigen Fällen günstiger als Erdgas erscheint, bleibt der Abstand zu erneuerbaren Energiequellen wie Wind- und Solarenergie signifikant.

Auf der anderen Seite steht die Kernenergie, die aufgrund ihrer stabilen Stromproduktion und den niedrigen Kosten für Brennelemente oft als wirtschaftliche Lösung hervorgehoben wird. Die Kosten für Brennstäbe liegen typischerweise bei weniger als 1 Cent pro kWh. Ein Atomreaktor mit einer Kapazität von 1 Gigawatt benötigt rund 20 Tonnen Uran.

Allerdings fluctuieren die Preise für Uran abhängig von der Konzentration von Uran-235, dem entscheidenden Isotop, dessen Anteil üblicherweise unter 1 Prozent liegt. Baukosten für Kernkraftanlagen sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Das Block 3 des Kernkraftwerks Olkiluoto hat beispielsweise mehr als doppelt so viel gekostet wie ursprünglich prognostiziert, mit Ausgaben von etwa 11 Milliarden Euro. Bei einer angenommenen 90-prozentigen Kapazitätsauslastung über 40 Jahre ergeben sich so Kosten von etwa 2 Cent je kWh.

Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass unerwartete Wartungs- und Instandhaltungskosten die finanzielle Planung erheblich belasten können. Durchschnittlich wird davon ausgegangen, dass etwa die Hälfte der Gesamtkosten auf Betrieb und Wartung entfällt, was einen Aufschlag von weiteren 4 Cent pro kWh bedeuten könnte.

Die Kosten für die Endlagerung radioaktiver Abfälle werden oft als niedrig geschätzt, meist weniger als einen weiteren Cent pro kWh, jedoch gibt es nur begrenzte funktionierende Endlagerstätten wie Onkalo in Finnland, das aktuell nur im Probebetrieb ist. Bis die Strahlung der gefährlichsten Abfälle auf ein sicheres Maß gesenkt ist, vergehen nach den jetzigen Genehmigungen noch rund 19.999.900 Jahre.

Unkalkulierbare Risiken machen die finanzielle Planung von Kernkraftwerken zu einer Herausforderung. Eine Schätzung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme zeigt, dass die Kosten für Kernenergie zwischen 14 und 50 Cent pro kWh schwanken könnten. OECD und IAEA warnen davor, dass die Uranpreise in den nächsten Jahren um das Zwanzigfache steigen könnten, was die Kosten der Kernkraft weiter in die Höhe treiben würde.

Die sofortige Frage bleibt: Wie lange können wir es uns leisten, auf diese Energiequellen zu setzen, während wir gleichzeitig die Kosten für die künftige Energieerzeugung abschätzen müssen? Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um über alternative und nachhaltige Lösungen nachzudenken, bevor es zu spät ist!