
USA: Bayer muss Milliarden-Strafe wegen Glyphosat zahlen – Ist dies erst der Anfang?
2025-03-22
Autor: Lukas
Im laufenden Rechtsstreit um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup wurde der deutsche Agrarchemiekonzern Bayer von einem US-Gericht zu einer schockierenden Strafe von fast 2,1 Milliarden US-Dollar (1,9 Milliarden Euro) verurteilt. Das Urteil wurde gefällt, nachdem ein Kläger angab, durch die Anwendung von Roundup an Krebs erkrankt zu sein. Dieser Fall wurde im US-Bundesstaat Georgia verhandelt, und es wird erwartet, dass Bayer Berufung gegen die Entscheidung einlegen wird.
Die Anwälte des Klägers äußerten in einer Pressemitteilung: "Das heutige Urteil zeigt deutlich, dass Bayer die Verantwortung für die Vergiftung von Menschen mit dem krebserregenden Unkrautvernichter Roundup weiterhin ablehnt." Bayer hingegen wehrt sich gegen das Urteil und erklärt: "Wir sind mit der Entscheidung der Geschworenen nicht einverstanden. Sie widerspricht den wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Bewertungen der Regulierungsbehörden weltweit."
Bayer plant, in der Berufung starke Argumente vorzubringen, um das Urteil zu kippen oder den als überhöht und verfassungswidrig erachteten Schadenersatz zu reduzieren. Zu beachten ist, dass in der Vergangenheit Gerichte in den USA die ursprünglichen Schadenersatzforderungen in vielen Fällen drastisch gesenkt haben. Beispielsweise wurde ein zuvor zugesprochener Betrag von 2,25 Milliarden US-Dollar auf lediglich 400 Millionen US-Dollar reduziert.
Bayer sieht sich seit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 mit enormen rechtlichen Problemen konfrontiert. Die Übernahme, die über 60 Milliarden Dollar kostete, brachte eine Welle von Klagen wegen der gesundheitlichen Risiken von Glyphosat mit sich. Das Unternehmen hatte 2020 ein milliardenschweres Programm ins Leben gerufen, um einen Großteil der anhängigen Klagen ohne jegliches Schuldeingeständnis zu regeln. Dennoch bleibt ein beträchtlicher Teil der Klagen unbehandelt, und Experten warnen, dass weitere rechtliche Herausforderungen bevorstehen könnten.
Die Glyphosat-Debatte zeigt, wie wichtig es ist, die potenziellen Risiken chemischer Stoffe in der Landwirtschaft zu hinterfragen. Beobachter sind sich uneinig darüber, ob Bayer in der Lage sein wird, die Wogen zu glätten, und viele fragen sich, ob dies der Beginn eines größeren Wandels in der Einstellung gegenüber chemischen Unkrautvernichtern ist. Wo führt diese Geschichte hin, und was sind die nächsten Schritte für Bayer?