Welt

Jonny Fischer in der Mongolei – Ein herausforderndes Abenteuer

2025-03-30

Autor: Lukas

Die Vorfreude auf das Reiseabenteuer war groß, doch die Ernüchterung folgte schnell. Schockiert bemerkte Komiker Jonny Fischer bei seiner Ankunft am Flughafen von Ulaanbaatar und seinem ersten Besuch auf einem lokalen Markt, dass seine gewohnte Offenheit nicht die gleiche Reaktion hervorrief wie in anderen Ländern. „Ulaanbaatar lässt mich nicht wirklich ankommen. Die Stadt wirkt bedrückend – die Menschen lachen nicht und überall wird geflüstert“, beschreibt er seine ersten Eindrücke.

Auf dem Markt findet Fischer kaum jemanden, der Englisch spricht. Dieses Gefühl von Isolation ist neu für den 45-jährigen Zuger, der viel Reiseerfahrung gesammelt hat. Zusammen mit seinem Bühnenpartner Manu Burkart reiste er bereits durch Schottland und Südafrika. Zudem war er als Journalist für das 'Travel Magazin' in Ländern wie Argentinien, Brasilien und Italien unterwegs.

Nach nur einem Tag in der Hauptstadt bricht Fischer auf, um mehr über die mongolische Kultur zu erfahren. Sein erster Stopp: eine Nomadenfamilie, die seinen ersten Bucket-List-Punkt darstellt. Doch die Zugfahrt nach Bagakhangai, etwa drei Stunden südlich von Ulaanbaatar, verläuft alles andere als problemlos. Kurz nach der Abfahrt erleben Fischer und sein Filmteam Widerstand: Die Polizei greift ein und verbietet das Filmen, was für Fischer ein weiteres Signal ist, wie schwierig der Kontakt zu den Menschen in der Mongolei ist.

Die ungeschriebenen Regeln der Nomaden

Bei einer kleinen Nomadenfamilie fühlt sich Fischer jedoch wohler. Sie öffnen ihm ihre Jurte und damit beginnt für ihn ein echter Kontakt zum mongolischen Leben. Fischer bemüht sich, die ungeschriebenen Regeln zu befolgen: Er tritt mit dem rechten Fuß ein, genießt den traditionellen Stutenmilchschnaps, den man nicht ganz austrinken darf, und überreicht Geschenke stets mit beiden Händen.

Er hilft beim Treiben junger Kälber und versucht, eine Pferdestute zu melken, was ihm jedoch wenig gelingt. Die Nomaden laden ihn ein, auf ihren Wildpferden reiten zu lernen, aber die scheuen Tiere erweisen sich als eine Herausforderung. Mit einem Schmunzeln erzählt er: „Ich kam mir wie in einem Kinderbuch vor, als ich in den kleinen Holzsattel schlüpfen musste.“ Schließlich darf er bei der Wildpferdearbeit auf ein Motorrad umsteigen – „Freiheit pur“ für ihn.

Ein unerwartetes Band des Vertrauens

Während er sich an die fremde Kultur anpasst, ist Fischer positiv überrascht von dem Vertrauen, das ihm die Nomaden entgegenbringen: „Sie lassen mich mithelfen, kochen und zeigen mir ihre Lebensweise.“ Diese Erfahrung öffnet ihm die Augen für kulturelle Unterschiede, die ihn tiefgründig nachdenklich stimmen. „Mir wird klar, dass nicht jeder so denkt und funktioniert wie ich. Diese Einblicke sind wichtig und ich möchte mein Herz öffnen für das, was anders ist“, fügt er hinzu.

Die Reise ist nicht nur eine physische, sondern auch eine mentale Herausforderung, die Fischer in seiner Sichtweise verändern könnte. Könnte diese Begegnung mit der mongolischen Kultur nicht nur sein Bild von Reisen, sondern auch seine Perspektive auf die Menschen grundlegend beeinflussen?