
Gastwirt sucht Spenden – und wird als Betrüger bezeichnet
2025-03-21
Autor: Louis
In einem dramatischen Fall hat das Berggasthaus Rosinli in Adetswil (Gemeinde Bäretwil) aufgrund von Konkursen seine Pforten geschlossen. Am 13. März wurde das Restaurant vom Konkursamt Pfäffikon versiegelt. Der 44-jährige Betreiber, ein Berner, hat in der Vergangenheit durch Betrügereien, insbesondere durch den Verkauf nicht existierender Tickets für das Gurtenfestival, Schlagzeilen gemacht. Dies geschah bereits im Jahr 2017, als Opfer, die für ihre Tickets bezahlt hatten, vergeblich warteten. Die Polizei und die Zürcher Staatsanwaltschaft ermittelten damals gegen den mutmaßlichen Betrüger, und es gab etwa 200 Opfer in der Schweiz.
Jetzt versucht der Gastwirt, durch eine Spendenkampagne, die mit einem QR-Code auf der Rosinli-Website verknüpft ist, 50.000 Franken zu sammeln, um seine Schulden zu begleichen. Ein ehemaliges Betrugsopfer äußerte Bedenken und warnt: "Ich befürchte, dass Menschen wieder Geld verlieren werden." Diese Warnung kommt nicht von ungefähr, da viele Lieferanten und Geschäftspartner des Wirt möglicherweise auf ihr Geld warten und es wahrscheinlich nie zurückbekommen werden.
Die Wirtin erklärt: "Es ist mir ein Rätsel, wie ein verurteilter Betrüger ein Restaurant, nein zwei, eröffnen darf und zweimal Konkurs geht. Jeder verdient irgendwann eine zweite Chance, aber hier wird das Vertrauen der Menschen aufs Spiel gesetzt." Sie macht sich große Sorgen um die Unschuldigen, die in der aktuellen Spendenkampagne an den ehemaligen Betrüger glauben könnten.
Der Wirt selbst hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert und war für die Medien nicht erreichbar. Lediglich gegenüber dem "Zürcher Oberländer" gab er an: "Es geht mir nicht gut." Trotz seiner schwierigen Situation versichert er, dass das Führen eines Restaurants immer sein Traum war. Er führt seine finanziellen Schwierigkeiten auf verschiedene Faktoren zurück, darunter Wetterbedingungen und hohe Betriebskosten, und bringt als Auslöser für das Konkursverfahren eine einzige, unbezahlte Rechnung ins Spiel.
Trotz der dunklen Wolken am Horizont bleibt der Wirt optimistisch: "Ich möchte kämpfen und hoffe, bald wieder öffnen zu können." Dies deutet auf seinen unerschütterlichen Glauben hin, dass er seine Probleme überwinden kann, obwohl die Gegenreaktionen und Bedenken von ehemaligen Opfern nicht ignoriert werden sollten. In einer Gesellschaft, die von Vertrauen geprägt ist, bleibt die Frage: Verdienen Menschen, die in der Vergangenheit betrogen haben, wirklich eine zweite Chance?