Wissenschaft

Antarktis: Sensationeller Eisberg offenbart unbekanntes Ökosystem

2025-04-02

Autor: Alina

Ein gigantischer Eisberg, bekannt als A-84, hat sich kürzlich vom George-VI-Schelfeis in der Antarktis gelöst und unter seiner imposanten Eisfläche ein florierendes, bislang unbekanntes Ökosystem freigelegt. Diese Entdeckung wurde von einem internationalen Forschungsteam getätigt, das mit dem Forschungsschiff R/V Falkor (too) unterwegs war.

Die Forscher trugen maßgeblich zur Klärung der biologischen Vielfalt dieses neu entdeckten Lebensraums bei und fanden beeindruckende Meereslebewesen wie große Korallen, Schwämme und Eisfische, die in dieser extremen Umgebung gedeihen. Die Anwesenheit eines derart faszinierenden Ökosystems unter 150 Metern Eis wirft wichtige Fragen über die Zusammenhänge zwischen Eisdicke, Meeresströmungen und den Lebensbedingungen in der Antarktis auf.

Ein Forschungsteam verbrachte acht Tage damit, den Meeresboden mithilfe eines ferngesteuerten Tauchroboters zu untersuchen. Die Direktorin des Schmidt Ocean Institute, Jyotika Virmani, nannte die spontane Kursänderung des Schiffs, um die Stelle des Eisabbruchs zu erreichen, einen "glücklichen Zufall". Co-Leiterin und Biologin Patricia Esquete beschrieb die Entdeckung des "wunderschönen und blühenden Ökosystems" als unerwartet und bemerkenswert.

Die Fülle an Arten habe die Wissenschaftler überrascht, da Tiefsee-Ökosysteme normalerweise auf Nährstoffe von der Oberfläche angewiesen sind, die aufgrund der Eisdicke kaum zur Basis gelangen können. Die Wissenschaftler vermuten, dass dafür bestehende Meeresströmungen verantwortlich sein könnten, die Nährstoffe in die Tiefen transportieren.

Zu den neuentdeckten Arten zählen nicht nur die großen Korallen und Schwämme, sondern auch außergewöhnliche Lebewesen wie riesige Seespinnen und möglicherweise unbekannte Arten. Aufgrund der Größe der beobachteten Tiere könnte dieses Ökosystem seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten unentdeckt geblieben sein.

Dieser Fund ist besonders bedeutsam für das Verständnis des antarktischen Eisschilds und dessen Einfluss auf den globalen Meeresspiegelanstieg. Sasha Montelli, Co-Leiterin der Expedition und Wissenschaftlerin an der University College London, betonte die Wichtigkeit ihrer Arbeit: "Der Verlust des antarktischen Eisschilds ist ein entscheidender Faktor für den globalen Meeresspiegelanstieg. Unsere Forschung liefert entscheidende Daten, um das frühere Verhalten des Eisschildes zu verstehen und zukünftige Entwicklungen besser vorherzusagen."

Diese Entdeckung stellt nicht nur einen Fortschritt in der ozeanographischen Forschung dar, sondern wirft auch alarmierende Fragen über die Auswirkungen des Klimawandels auf unbekannte Lebensräume auf. Die Dringlichkeit der Handlungen angesichts der klimatischen Veränderungen wird nun sowohl aus biologischer als auch aus geowissenschaftlicher Perspektive diskutiert.