
Skandalös: Werbeverbot in Zürich – Ist das wirklich die Lösung?
2025-03-29
Autor: Lukas
In Zürich plant die Stadtregierung ein umfassendes Werbeverbot auf öffentlichem Grund, das auch private Flächen betrifft. Diese radikale Maßnahme wird von der Mehrheit des Zürcher Gemeinderates unterstützt, die der Meinung sind, dass Werbung vor allem dazu dient, die Massen zu manipulieren. Man fragt sich jedoch, wie ein Plakat für traditionelle Baselbieter Leinenstickerei die Menschen wirklich beeinflussen kann!
In Zürich wird Werbung als negatives Element wahrgenommen, da sie insgeheim unseren Gedächtnisinhalt beeinflusst und unser Verhalten steuert. Aber ist ein Plakat, das einen modernen Kinderwagen bewirbt, tatsächlich Manipulation? Vielleicht ist es einfach eine hilfreiche Information für frischgebackene Eltern, die nach dem perfekten Produkt suchen. Für ein älteres Publikum könnte hingegen ein Plakat für künstliche Gelenke relevanter sein. Es stellt sich die Frage: Wer definiert, was als manipulative Werbung gilt?
Dass Werbung Einfluss auf unsere Kaufentscheidungen hat, steht außer Frage. Dennoch bleibt die Frage, wie weit wir uns davon steuern lassen wollen. Zum Beispiel sah ich letztes Weihnachtsgeschäft eine Werbung für frische Erdbeeren – ein absurder Anblick in der Adventszeit. Trotz aller Versuche, uns zu beeinflussen, kaufte ich natürlich keine Erdbeeren, solange Spargel im Angebot war.
Nach dem geplanten Werbeverbot könnte Zürich tatsächlich ein anderer Ort sein; allerdings sind lokale Unternehmen und die öffentliche Hand von diesem Verbot ausgenommen. Das bedeutet, dass sie weiterhin unbehelligt ihre Botschaften im öffentlichen Raum verbreiten dürfen. Ein luxuriöser Autohersteller kann also auch in Zukunft einen 300.000 Franken teuren Sportwagen bewerben, während ein Amateurchormeister aus Hinterthurgau, der Eintrittskarten für sein Konzert anbietet, ins Fadenkreuz der Kommerzialisierung fällt.
Politiker aus Zürich sind ebenfalls von dem Werbeverbot nicht betroffen. Sie dürfen weiterhin nach allen Regeln der Kunst ihre Wahlwerbung gestalten und versprechen, was das Zeug hält – und das soll laut ihrer Argumentation ehrlicher sein als jede andere Werbung. Doch so lächerlich es auch klingt: Ist politische Werbung wirklich transparenter als eine neutrale Werbung für ein Produkt wie Bio-Rollgerste?
Das ehrgeizige Ziel der Stadtregierung ist es, Zürich durch dieses Werbeverbot „nachhaltiger, lebenswerter und gerechter“ zu machen. Doch mal ehrlich – könnte die Stadt nicht viel mehr erreichen mit zusätzlichen Grünflächen, Fußgängerzonen und bezahlbaren Wohnmöglichkeiten? Stattdessen glaubt man, dass eine Handvoll leerer Plakatwände ausreicht, um die Lebensqualität erheblich zu steigern. Wo bleibt da der gesunde Menschenverstand? Diese Maßnahmen werfen eine klärende Frage auf: Ist das Werbeverbot wirklich die Antwort auf die Probleme einer urbanen Gesellschaft?