
Marko kritisiert Racing Bulls: "Ein Punkt wäre definitiv drin gewesen!"
2025-03-24
Autor: Louis
(Motorsport-Total.de) - Racing Bulls nimmt nach dem Formel-1-Rennwochenende in China lediglich drei Punkte mit, die Yuki Tsunoda im Sprint erzielte, wo er den sechsten Platz belegte. Red-Bull-Sportchef Helmut Marko kritisiert die Strategieabteilung des Teams scharf dafür, dass im Grand Prix keine weiteren WM-Zähler hinzugekommen sind.
Marko merkt an: "Zumindest ein Punkt wäre möglich gewesen, denn sie lagen immer auf Augenhöhe mit Antonelli. Die Strategie-Leute müssen sich das genau anschauen und sicherstellen, dass die richtigen Entscheidungen getroffen werden." Mercedes-Fahrer Andrea Kimi Antonelli beendete das Rennen tatsächlich auf Platz sechs, während Isack Hadjar nur als Elfter ins Ziel kam und Tsunoda schließlich auf Platz 16 landete. Der entscheidende Unterschied: Antonelli stoppte nur einmal für frische Reifen, während Hadjar und Tsunoda gezwungen waren, zwei Boxenstopps einzulegen.
Marko wirft Racing Bulls vor, nicht weitsichtig genug zu handeln: "Ich hätte gesagt, man hätte es zumindest mit einem Auto mit einem Stopp versuchen sollen." Tsunoda selbst erklärt, dass er die rationale Überlegung hinter der Strategie zwar ein Stück weit verstehe, jedoch betont, dass man vor dem Rennen nicht absehen konnte, dass der harte Reifen so gut performen würde.
Der zusätzliche Stopp führte laut Marko zu einer Abwärtsspirale, da Hadjar und Tsunoda nach ihren Reifenwechseln im Verkehr stecken blieben. Marko fügt hinzu: "Sobald sie im Verkehr feststecken, wird Überholen extrem schwierig. Das hat das Rennen ruiniert."
Racing Bulls steht nach drei Rennen nur mit mageren drei Punkten da, während andere Teams deutlich besser abschneiden. Tsunoda zeigt sich entsprechend enttäuscht: "Wir haben in den ersten beiden Grands Prix viele Punkte verloren. In einer so engen Saison zählt jeder einzelne Punkt."
Als Team müsse man es schaffen, das Maximum herauszuholen, wenn das Auto die nötige Geschwindigkeit hat, so Tsunoda. Im Jahr 2024 sei dies häufig gelungen, doch jetzt verschwenden sie ihr Potential und setzen ihre Leistung nicht um. "Das müssen wir analysieren, uns neu fokussieren und ab dem nächsten Rennen unbedingt wieder Punkte holen."
Tsunoda nimmt sich zudem selbst in die Verantwortung: "Vielleicht hätte ich als Fahrer noch etwas zur Strategie beitragen können – einen Hinweis geben oder Ähnliches. Letzte Woche in Melbourne war uns der strategische Fehler im Nachhinein klar, aber dieses Mal verstehe ich es noch nicht ganz. Ich muss mit dem Team sprechen, um das in Zukunft zu vermeiden. Denn das ist wirklich frustrierend."
Zu allem Überfluss kam es auch zu einem Bruch des Frontflügels an seinem VCARB 02. Während des Rennens versagten die Flaps an der rechten Seite plötzlich. "Vielleicht lag etwas auf der Strecke oder es war ein technischer Defekt – ich weiß es noch nicht", so Marko.
Tsunoda ergänzt: "Ich habe definitiv niemanden berührt. Das Team überprüft jetzt, ob ich möglicherweise über Trümmerteile gefahren bin, aber ich glaube nicht, dass ich etwas getroffen habe. Ich kann mir höchstens vorstellen, dass Luftverwirbelungen des Autos vor mir den Schaden verursacht haben."
"Für mich hat sich der Frontflügel einfach von selbst zerlegt. Entweder ein Konstruktionsfehler oder ich habe doch etwas getroffen – keine Ahnung. Dieser Schaden erforderte einen weiteren Boxenstopp, wodurch ich ans Ende des Feldes zurückfiel."
"Ich dachte zuerst, ich hätte einen Platten. Ich habe die Reifentemperatur beobachtet und es sah alles normal aus. Ich fragte dann, ob ich einen Reifenschaden hätte, aber das Team verneinte. Vielleicht hat das Team es auch erst sehr spät erkannt. Aber ich fuhr mit dem Schaden wie ein Busfahrer – es war frustrierend!"
Mit diesen Herausforderungen wird Racing Bulls in den kommenden Rennen kämpfen müssen, um ihre Position in der Meisterschaft zu verbessern. Wird das Team in der Lage sein, aus seinen Fehlern zu lernen und endlich die Punkte zu sammeln, die sie dringend benötigen? Die nächste Chance kommt schneller, als man denkt!