
Grimsel-Stausee ohne Wasser – die beeindruckende Sanierung
2025-03-30
Autor: Louis
Der Grimsel-Stausee, ein Symbol der Wasserkraft in der Schweiz, ist seit 1932 eine wichtige Quelle für Stromproduktion auf etwa 2000 Metern Höhe. Doch jetzt ist er zum ersten Mal seit 19 Jahren komplett leer.
Die Aare fliesst nur als schmaler Wasserlauf, während auf dem Seeboden Bagger im Einsatz sind. Diese arbeiten schnell, denn die steilen Felsflanken sind ein Risiko, wie Markus Kost, Projektleiter der Seeabsenkung bei den Kraftwerken Oberhasli (KWO), betont: "Wir sind den Naturgefahren ausgesetzt."
Im Herzen des Berner Oberlands, in der Gemeinde Guttannen, kann der Grimsel-Stausee normalerweise rund 100 Millionen Kubikmeter Wasser speichern. Doch wegen Rissen in der alten Staumauer wird diese durch die neue, größere Spitallamm-Staumauer ersetzt. Auch die Abflüsse, Druckstollen und Kavernen werden umfassend saniert.
Um diese dringenden Arbeiten vornehmen zu können, war eine vollständige Entleerung des Stausees notwendig. Kost erklärt: "Ein Durchstich zur Verbesserung der Infrastruktur kann nur bei leerem See erfolgen."
In einer Baustelle der Superlative wie dieser ist Zeit von essence. Neben der Erneuerung der Staumauer werden auch die Wasserkraftwerke überholt. Im Kraftwerk Grimsel II werden große Rohre zerlegt, um Drosselklappen zu reparieren, die für die Regulierung des Wasserflusses zuständig sind. Christian Kehrli, Montagemitarbeiter, betont: "Wir nutzen die Gelegenheit des leeren Sees, um dringend notwendige Reparaturen durchzuführen."
Über 100 Fachkräfte sind an diesem gewaltigen Projekt beteiligt. Hansjörg von Bergen, der Bauleiter der neuen Staumauer, hebt hervor: "Die Herausforderung liegt in der Koordination der verschiedenen Unternehmen und Arbeitsschritte."
Die umfangreichen Betonarbeiten gehen voran, ebenso wie Drainagebohrungen und Instrumentierungen zur Überwachung der neuen Infrastruktur.
Die gute Nachricht: Die neue Staumauer, die beeindruckende 113 Meter hoch ist und 125 Millionen Franken kostet, wird bald fertig sein und im Frühling ihren Betrieb aufnehmen. Die alte Staumauer wird dann endgültig im Wasser verschwinden, während die Wiederbefüllung des Stausees Mitte April beginnen wird. Mit der Wiederinbetriebnahme wird auch die Produktion von sauberem Strom zurückkehren.