
Brandkatastrophe in Nordmazedonien: Alle Opfer identifiziert, Tausende unter Schock
2025-03-20
Autor: Leonardo
Nach dem verheerenden Brand während eines Hip-Hop-Konzerts in Kocani, Nordmazedonien, sind nun alle 59 Todesopfer identifiziert. Am Donnerstag werden in Kocani Trauerfeiern für die meist jungen Konzertbesucher stattfinden, während das Land in einem tiefen Schockzustand verharrt. Die Tragödie, die eines der schlimmsten Unglücke der letzten Jahre darstellt, hat die gesamte Nation erschüttert.
Zusammen mit den Todesopfern gibt es derzeit 196 Verletzte, darunter 20 Minderjährige. Laut Innenminister Pance Toskowski wurden 16 Personen festgenommen und befinden sich in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen wurden von ermittelnden Beamten aus der Hauptstadt Skopje übernommen, um einen unvoreingenommenen Ablauf zu garantieren.
Brisante Ermiitlungen laufen
Bislang wurden 72 Zeugen befragt, um die genauen Umstände des Unglücks vom Sonntagabend zu klären. Beamte der Finanzpolizei sowie der Abteilung für organisierte Kriminalität haben nicht nur die Stadtverwaltung in Kocani durchsucht, sondern auch die Büros des Wirtschaftsministeriums, da dort mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Ausstellung von Lizenzen vermutet werden. Nach ersten Informationen könnte es sich um Korruption und Bestechung handeln.
Das Feuer brach während eines Auftritts des populären Hip-Hop-Duos DNK im Club "Pulse" aus, wo etwa 500 Menschen waren, obwohl nur 250 Tickets verkauft worden waren. Viele Opfer starben in der panikartigen Flucht nach dem Ausbruch des Feuers, das durch Pyrotechnik ausgelöst wurde, die eine brennbare Deckenverkleidung in Brand setzte.
Unzureichende Sicherheitsvorkehrungen
Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen gefälschter Lizenzen eingeleitet. Der Club verfügte offenbar über zu wenige Notausgänge und war nicht mit ausreichenden Feuerlöschern ausgestattet. Zudem hatten die Veranstalter keine Genehmigung für den Einsatz von Pyrotechnik eingeholt, was die Tragödie noch verschärfte. Es steht zudem in der Kritik, dass keine Rettungswagen bereitstanden, obwohl dies gesetzlich vorgeschrieben ist.
Gedenkfeiern im ganzen Land
Am Donnerstag sind in Kocani und weiteren Teilen des Landes Gedenkfeiern vorgesehen. "Unsere Gedanken sind bei den Verstorbenen und den Verletzten, denen wir eine schnelle Genesung wünschen", äußerte der Metropolitanbischof Ilarion von Bregalnica. Die Trauerfeiern sollen dazu beitragen, den Opfern zu gedenken und den Hinterbliebenen Trost zu spenden.
Internationale Hilfe für Verletzte
Von den Verletzten mussten Dutzende ins Ausland transportiert werden, um dort behandelt zu werden. Einrichtungen in Belgien, den Niederlanden und Griechenland haben im Rahmen einer von der EU unterstützten Initiative Unterstützung zugesichert.
Schließungen von Nachtclubs und Lokalen
Im Zuge der Tragödie haben die Behörden landesweit dutzende Nachtclubs und Veranstaltungen geschlossen. Nur 22 der 50 überprüften Lokale konnten eine gültige Genehmigung vorweisen. Die restlichen müssen ihren Betrieb einstellen, bis alle erforderlichen Dinge in Ordnung gebracht wurden. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass sich ein solches Unglück nicht wiederholt und die Sicherheit der Gäste an oberster Stelle steht.