
Berufsschule Olten: Lernende unter Druck – Geldstrafe für vergessliche Schüler!
2025-04-01
Autor: Lukas
Einleitung
An der Berufsfachschule Olten müssen Schüler eine Gebühr von 20 Franken zahlen, wenn sie zu spät kommen oder ihre Hausaufgaben nicht erledigen. Diese Regelungen werfen Fragen auf, insbesondere da viele Auszubildende bereits mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfen.
Gesetzliche Grundlagen und Expertenmeinungen
Das Gesetz im Kanton Solothurn erlaubt es Berufsfachschulen, Geldstrafen als Teil ihrer Disziplinarordnung zu verhängen. Expert*innen, wie die Erziehungsexpertin Maren Tromm, äußern Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit solcher Maßnahmen und schlagen vor, stattdessen auf alternative Erziehungsansätze zu setzen.
Erfahrungen von Auszubildenden
Ein 18-jähriger Auszubildender, der anonym bleiben möchte, äußert sich kritisch zu diesen Strafen. „Klar, Pünktlichkeit ist wichtig. Aber jedem kann mal etwas entfallen oder man kann zu spät kommen“, betont er. Ein einmaliger Versäumnis pro Semester sollte nicht bestraft werden.
Finanzielle Belastung für Lernende
Für viele Lernende, die ohnehin schon wenig einkommen, kann die Entscheidung, Geldstrafen zu verhängen, zu einer erheblichen finanziellen Belastung werden. So berichten einige Schüler von der Notwendigkeit, ihr Budget äußerst genau zu planen. Wenn sie dann auch noch Bußgelder zahlen müssen, wird die Lage prekär. Zudem befürchten Lernende, dass die Strafen – sogar für den Gang zur Toilette während des Unterrichts – im Raum stehen könnten.
Rechtliche Lage und Alternativen
Das Berufsbildungsamt des Kantons Solothurn hat auf Anfrage betont, dass diese Maßnahmen rechtlich zulässig sind, jedoch auch alternative Lösungen wie Arbeitseinsätze in der Schule für den Fall von Nicht-Zahlungen bestehen. Der Direktor der Berufsfachschule, Georg Berger, erklärt, dass es nicht nur um Bestrafung geht, sondern um das Aufrechterhalten eines geordneten Schulbetriebs.
Kritik an Geldstrafen
Maren Tromm warnt jedoch, dass Geldstrafen aus pädagogischer Sicht nicht die Lösung sein können. Viele Jugendliche, insbesondere solche mit Aufmerksamkeitsstörungen, hätten Schwierigkeiten, sich an Regeln zu halten – hier wäre ein unterstützender Ansatz hilfreicher.
Schülermeinungen zur Regelung
Wie stehen die Schüler zu dieser Regelung? Während einige die Strafen als übertrieben empfinden und sagen, dass es unfair ist, eine Erziehung durch Geldstrafen zu versuchen, stehen andere dem Prinzip von Disziplin durchaus positiv gegenüber. Allerdings könnte das konkrete System dazu führen, dass Schüler das Vertrauen in die Schule verlieren, was letztlich negative Auswirkungen auf ihre Motivation und ihr Engagement haben könnte.
Ausblick auf die Debatte
Die Debatte läuft also weiter. Ist die finanzielle Strafe wirklich der richtige Weg, um Verantwortungsbewusstsein zu fördern, oder sind andere Maßnahmen erforderlich, um den Lernenden gerecht zu werden? Die Meinungen gehen auseinander, doch eines scheint klar: Die potenziellen Folgen dieser Regelung könnten weitreichend sein.