
Velohelm: Unverzichtbar für sichere Fahrten - Diese Tipps vom BFU sind Gold wert!
2025-03-23
Autor: Sofia
Es gibt einen Anlass zur Freude: In der heutigen Zeit trägt mittlerweile jeder zweite Radfahrer einen Helm, während es im Jahr 2000 nur einer von fünf war. Diese positive Entwicklung ist nicht zu unterschätzen, denn die neuesten wissenschaftlichen Analysen zeigen, dass das Tragen eines Helms die Wahrscheinlichkeit von Kopfverletzungen um bis zu 50 % senken kann, bei schweren Kopfverletzungen sogar um 60 bis 70 %. Diese Zahlen stammen von der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU).
Wer jetzt denkt, dass jeder Helm gleich gut schützt, irrt sich jedoch. Es ist entscheidend, dass Helme auch die rotierenden Kräfte, die beim Aufprall auf das Gehirn wirken, effektiv abfangen. Diese Kräfte können zu ernsthaften Schäden führen, inklusive einer Schwellung des Hirngewebes und letztlich zum Absterben von Gehirnzellen. „Oftmals haben wir es mit diffusen Gehirnverletzungen zu tun, die sehr schwerwiegende Auswirkungen haben können“, erklärt Jolanda Bucher, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der BFU.
Eine Studie der BFU hat zudem aufgezeigt, dass Helme mit Rotationsdämpfungssystemen (RDS) signifikant das Risiko solcher Verletzungen verringern. „Wir sprechen hier von Helmen mit beweglichen oder deformierbaren Innenschalen, die die Rotationskräfte absorbieren“, so Bucher weiter. Besonders populär in der Schweiz ist das MIPS-System (Multi-Directional Impact Protection System), das viele kennen sollten.
Für ihre Studie ließ die BFU Helme mit sechs verschiedenen RDS im Labor testen und verglich die Ergebnisse mit Helmen ohne solche Systeme. „Wir haben die Testhelme auf eine geneigte Fläche bei einer Geschwindigkeit von sechs Metern pro Sekunde fallen lassen“, erklärt Bucher. Mit Hilfe von Sensoren und Hochgeschwindigkeitskameras wurden die Beschleunigungswerte gemessen. Diese Werte variieren je nach Hersteller, und obwohl die Testzahl gering ist, ist klar: Helme mit RDS bieten einen klaren Vorteil bei der Verletzungsprävention.
Die BFU empfiehlt daher allen Radfahrern, unabhängig vom Nutzungszweck – sei es beim E-Biken, Rennradfahren oder im Alltag – stets einen Helm mit RDS zu tragen. Die geringen Mehrkosten und das zusätzliche Gewicht dieser Systeme sind in der Regel minimal. Es wird sogar erwartet, dass Rotationsdämpfungssysteme ebenso in Schnee- und Sporthelmen nützliche Effekte haben könnten. Bucher sieht hier großes Potenzial für weitere Entwicklungen, insbesondere durch die Verwendung unterschiedlicher Materialien, um die Aufprallkräfte noch besser zu absorbieren.
Worauf sollte man beim Kauf eines Helms achten? Ein hochwertiger Helm erfüllt bestimmte Sicherheitsstandards und Prüfverfahren, welche in der Kennzeichnung zu finden sind. Achten Sie beim Kauf auf das Herstellungsdatum und entscheiden Sie sich für neuere Modelle, da ältere Materialien an Schutz verlieren können.
Für den Mountainbike-Einsatz empfiehlt die BFU Integralhelme, während bei heißen Bedingungen Modelle mit guten Lüftungsmöglichkeiten ideal sind. Für Brillenträger gibt es spezielle Modelle mit integriertem Visier und für Pendler Helme mit eingebautem Licht.
Der Zeitpunkt, wann ein Helm ersetzt werden sollte, variiert. Hersteller geben oft Empfehlungen zur Lebensdauer, meist sind das etwa fünf Jahre. Unabhängig davon sollte jeder Helm, der sichtbare Schäden oder starke Stöße erlebt hat, ersetzt werden. Auch langanhaltende Sonnen- und Wärmeeinwirkung können die Materialien schädigen. Selbst wenn äußerlich keine Schäden sichtbar sind, ein Helm, der aus großer Höhe gefallen ist, sollte ausgetauscht werden.
Der perfekte Sitz eines Helms ist unerlässlich: Probieren Sie den Helm vor dem Kauf an! Er sollte weder wackeln noch drücken und liegt am besten zwei Fingerbreit über der Nasenwurzel. Zwischen dem Kinn und dem Verschlussband sollten ein bis zwei Finger passen. Investieren Sie in Ihre Sicherheit – Ihr Kopf wird es Ihnen danken!