
Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen sind bei Hitzewellen besonders gefährdet – Jetzt handeln!
2025-03-30
Autor: Sofia
Der Klimawandel führt zu immer häufiger auftretenden Hitzewellen, und für die weltweiten 47 Millionen Menschen, die an Demenz leiden, besteht ein deutlich höheres Risiko für negative Auswirkungen dieser extremen Temperaturen als für gesunde Personen. Diese Warnung kommt von einem US-amerikanischen Autorenduo, das weiter darauf hinweist, dass Patienten mit anderen neurodegenerativen Erkrankungen ebenso betroffen sind.
Ein besonders kritischer Punkt: Viele Menschen mit Morbus Parkinson haben eine eingeschränkte Fähigkeit zu schwitzen, was dies zu einer ernsthaften Gefahr macht. Darüber hinaus können bestimmte Medikamente, wie Anticholinergika und Trizyklika, die körpereigene Fähigkeit zur Temperaturregulation stören. Bei Temperaturen über 34 °C kann eine Erhöhung um nur ein Grad zu einem alarmierenden Anstieg von mehr als 10 % bei Krankenhauseinweisungen und Todesfällen führen. Zudem nimmt bei älteren Menschen, auch bei Gesunden, die Fähigkeit zur Wärmeabgabe dramatisch ab. Besonders vulnerable sind Männer, die in dieser Hinsicht ein höheres Risiko tragen.
Ein oft übersehenes Risiko ist die vergessene Medikation. Bei Parkinson-Patienten können nicht-motorische Symptome, wie Dysautonomie, das Risiko für Synkopen, Dehydrierung und nicht-exertionale Hyperthermie erhöhen. Viele Betroffene vergessen manchmal, ihre Medikamente einzunehmen, wodurch sich auch ihre Mobilität und kognitive Funktion verschlechtern. Maßnahmen wie kaltes Duschen oder das Nutzen von Klimaanlagen werden oft vernachlässigt oder sind aufgrund der Symptome nicht umsetzbar. In Umfragen berichteten 74 % der Parkinson-Kranken von nichtmotorischen Einschränkungen während Hitzewellen, und alarmierende 82 % gaben an, dass sich ihre motorischen Symptome verschlechterten.
Umso wichtiger ist es, dass Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen gut in soziale Netzwerke integriert sind. Soziale Isolation kann dazu führen, dass Anzeichen einer Überhitzung nicht rechtzeitig erkannt werden und notwendige Unterstützung fehlt. Viele ältere Menschen mit diesen Erkrankungen haben oft eine verzerrte Wahrnehmung bezüglich der Risiken durch Hitze und benötigen zusätzliche Hilfe.
Bei der Risikobewertung sollten Faktoren für hitzebedingte Komplikationen genau geprüft werden. Die Erstellung von Namenslisten kann dabei helfen, besonders gefährdete Patienten während einer Hitzewelle zu kontaktieren. Darüber hinaus ist es wichtig, Familienmitglieder zu informieren, um sicherzustellen, dass Kühlen- und Schutzmaßnahmen rechtzeitig getroffen werden. Wetterwarnungen, die direkt auf das Mobiltelefon gesendet werden, können für Erkrankte sehr hilfreich sein.
Praktische Tipps für die heißen Tage: Halten Sie ausreichend Wasser und Lebensmittel zu Hause bereit. Halten Sie Ihre Wohnräume kühl oder suchen Sie klimatisierte Orte wie Einkaufszentren, Bibliotheken oder Kinos auf. Vermeiden Sie Alkohol und Koffein, und trinken Sie viel. Bleiben Sie während der heißen Mittagsstunden im Schatten und tragen Sie bequeme, leichte Kleidung. Achten Sie auf Alarmzeichen wie Schwindel, Benommenheit oder fehlendes Urinieren und handeln Sie schnell! Diese Maßnahmen können das Leben von Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen retten. Schützen Sie sich und Ihre Angehörigen vor der Hitze!