Wissenschaft

Kosovarin Erreicht Doktortitel an der EPFL ohne Masterabschluss – Ein Wagemutiger Schritt

2025-03-23

Autor: Leonardo

Die beeindruckende Geschichte von Anda Skeja aus dem Kosovo, die ohne Masterstudium das Doktoratsprogramm an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) geschafft hat, ist ein inspirierendes Beispiel für junge Wissenschaftler weltweit.

Anders als viele ihrer Altersgenossen träumte die 27-Jährige schon früh davon, Mathematikerin zu werden. Ihr Weg führte sie über einen herausragenden Bachelorabschluss in Mathematik und Wirtschaft an der Istanbul Teknik Universität, wo sie Jahrgangsbeste wurde. Es war ein mutiger Schritt, direkt für das Doktoratsprogramm an der EPFL zu kandidieren, ohne den Umweg über einen Master zu gehen.

"Ich habe nie gezweifelt, dass ich Wissenschaftlerin werden möchte," erklärt sie. "Mein Vater, der Professor an einer Universität war, hat mir schon als Kind mathematische Rätsel aufgegeben, und ich habe es geliebt!" Schon mit 17 beschäftigte sich Skeja mit Mathematikaufgaben auf Universitätsniveau. Dieser Traum wurde nun durch den Erhalt ihres Doktortitels an der EPFL Realität und macht sie zu einer Ausnahmeschülerin.

Die erste Teilnahme des Kosovo an der internationalen Mathematik-Olympiade im Jahr 2011 war ein Wendepunkt für Skeja. Als Schülerin war sie sehr engagiert, ließ aber eine Teilnahme an der Olympiade aus, da in ihrer Heimatstadt keine Vorbereitungskurse angeboten wurden. Stattdessen konzentrierte sie sich auf die Vorbereitung für die Uni-Aufnahmeprüfungen, die für sie an oberster Stelle standen.

Nach ihrem Bachelor wagte Anda das volle Risiko und bewarb sich ausschließlich an der EPFL. Ihr Glaube an sich selbst wurde belohnt: Sie wurde nicht nur angenommen, sondern erhielt auch das prestigeträchtige Swiss Government Excellence Scholarship für herausragende Nachwuchswissenschaftler. Das Stipendium öffnete ihr die Türen für wichtige Netzwerke und Kooperationen, die für ihre akademische Karriere von unschätzbarem Wert sind.

Aktuell arbeitet sie als Postdoktorandin an der Universität Uppsala in Schweden, wo ihr Fokus auf innovativer Forschung liegt. Außerdem erfüllt sie ihre langgehegte Ambition, in der Schweiz zu leben, vor allem wegen ihres Ehemanns, der derzeit am Inselspital in Bern in der Facharztausbildung ist. Sie zieht in Erwägung, sich langfristig in der Schweiz niederzulassen, obwohl die Zukunft in der akademischen Welt oft ungewiss ist.

Anda setzt sich aktiv dafür ein, mehr Frauen für die Mathematik zu begeistern und mentoriert Studierende an ihrer ehemaligen Universität. „Mathematik hat ein Image, das oft als trocken und abstrakt angesehen wird. Dabei ist sie ein wunderschönes, kraftvolles Werkzeug, um die Welt besser zu verstehen“, sagt Skeja mit Leidenschaft.

In einer Welt, in der Frauen in den Naturwissenschaften immer noch unterrepräsentiert sind, bietet Ihr Weg Hoffnung und Inspiration für zukünftige Generationen. Werden wir mehr Persönlichkeiten wie Anda Skeja sehen, die den Mut finden, außergewöhnliche Schritte zu wagen? Ihr Erfolg ist ein dringend benötigtes Zeichen dafür, dass man seinen Träumen folgen kann – egal wie herausfordernd der Weg auch sein mag.