Nation

Erbschaftssteuer: Was ist die ideale Freigrenze für die Schweiz?

2025-03-24

Autor: Lukas

Die Initiative der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten (Juso) fokussiert sich auf Vermögen, die über 50 Millionen Franken liegen. Ihre Präsidentin Mirjam Hostetmann betont, dass nur die wirklich Reichen zur zahlen herangezogen werden sollten.

Eine frühere Vorlage, die 2015 zur Abstimmung kam, schlug eine Freigrenze von zwei Millionen Franken vor, was für einen viel größeren Teil der Bevölkerung relevant gewesen wäre. Dies war ein Grund, warum die Initiative damals gescheitert ist.

Die zentrale Frage bleibt: Wie hoch sollte die Freigrenze für die Erbschaftssteuer wirklich sein? Der Wirtschaftsprofessor Marius Brülhart von der Universität Lausanne erklärt, dass es stark von den Zielen der Initiative abhängt. Um sicherzustellen, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht betroffen ist, sollte die Freigrenze höher angesetzt werden. Dennoch könnte eine niedrigere Freigrenze dem Staat mehr Einnahmen bringen.

Bei der letzten Initiative wollten viele Menschen eine höhere Freigrenze, da sie fürchteten, selbst betroffen zu sein. Bei der aktuellen Vorschrift mit einer Freigrenze von 50 Millionen Franken dürften die meisten jedoch nicht betroffen sein. Ein großes Risiko ist laut Brülhart, dass die Superreichen versuchen könnten, die Schweiz zu verlassen, was letztlich sogar einen Verlust für den Staat bedeuten könnte – ein Szenario, das jeder vermeiden möchte.

Zu den optimalen Steuersätzen gibt es zwar einige wissenschaftliche Studien, die auf Steuersätze von mehr als 50 Prozent hindeuten. Doch diese Ergebnisse gelten eher für größere Volkswirtschaften. Der schweizerische Kontext ist besonders, da wohlhabende Personen einfacher umziehen können, sodass die tatsächliche Belastung potenziell niedriger ist.

Balz Hösly, ein Experte für Erbrecht, meint, dass eine einseitige Einführung einer Erbschaftssteuer nicht zielführend wäre. In der Schweiz sind die Einkommen bereits hoch besteuert, und Hösly schlägt vor, die direkte Bundessteuer zu senken, sollte eine 'moderate' Erbschaftssteuer eingeführt werden. Dies könnte die Eigenverantwortung stärken und den Anreiz für harte Arbeit fördern, während die Erbschaftssteuer gesellschaftlich akzeptabel gestaltet wird.

Die Perspektive der Steuerpolitik sollte zudem die Mobilität der Reichen in den Blick nehmen. Bei einer drohenden Erhöhung der Erbschaftssteuer könnten wohlhabende Schwitzerland-Bevölkerungsgruppen eher geneigt sein umzuziehen, was sich negativ auf die Gesamtwirtschaft auswirken könnte.

Abschließend lässt sich festhalten, dass bevor Menschen, die einen Umzug ins Ausland in Erwägung ziehen, geeignete Entscheidungen treffen, es ratsam ist, die Resultate der Volksabstimmung abzuwarten, da diese erhebliche Auswirkungen auf ihre Pläne haben könnten. Die Debatte um die Erbschaftssteuer bleibt spannend und könnte die politische Landschaft in der Schweiz nachhaltig verändern.